Das Waldhorn

Das Wald­horn

Restau­rant-Neu­bau und Hotel-Erwei­te­rung
Fer­tig­stel­lung Dezem­ber 2018

Die mit­tel­al­ter­li­che Alt­stadt von Kirch­heim bei Stutt­gart, ist maß­geb­lich durch ihre klein­tei­li­ge bau­li­che Struk­tur geprägt. Mit­ten in Kirch­heim ist nun der maro­de „Gast­hof Wald­horn“ abge­bro­chen wor­den. Für eine neue Bebau­ung geben das gel­ten­de Bau­recht mit der beson­de­ren Alt­stadt­sat­zung und die Stadt­ver­wal­tung mit dem ein­ge­setz­ten Gestal­tungs­bei­rat einen engen Rah­men vor. Der prä­gnan­te städ­te­bau­li­che Fuß­ab­druck des „Gast­hof Wald­horn“ soll dabei nach­emp­fun­den wer­den. Zugleich for­der­te die Stadt mit dem Gestal­tungs­bei­rat einen zeit­ge­mä­ßen Neu­bau, der sich – ohne zu his­to­ri­sie­ren – dem The­ma Fach­werk und der klein­tei­li­gen Stadt­struk­tur in ange­mes­se­ner Wei­se nähert.

Von außen erscheint der Neu­bau heu­te in ähn­li­cher Sil­hou­et­te und Mate­ria­li­tät wie sein Vor­gän­ger: Dunk­les Zie­gel­dach, hel­ler Putz an den Fas­sa­den sowie eine sicht­ba­re Holz­struk­tur des sich nach oben hin staf­feln­den Gie­bels der Markt­platz­fas­sa­de. Im Gegen­satz zu den his­to­ri­schen Nach­barn der Umge­bung ist die Farb­ge­bung der Ober­flä­chen zwar homo­ge­ner, jedoch ändert sich Wir­kung und das Erschei­nungs­bild des Neu­baus auf ganz natür­li­che Wei­se stän­dig. Denn die, in Anleh­nung an die umlie­gen­den Fach­werk­bau­ten geschaf­fe­ne Holz­struk­tur aus gebürs­te­ter Dou­gla­sie, zeich­net sich je nach Licht­ein­fall und Wit­te­rung unter­schied­lich stark ab.

Schnit­te

Das neue „Gast­haus Wald­horn“ wird­über die Haupt­fas­sa­de vom Markt­platz aus betre­ten. Im Erd­ge­schoss ver­bin­den sich die Räu­me über einen zusam­men­hän­gen­den Gast­raum, mit dem direkt dane­ben lie­gen­den Hotel. Im Dach des zwei­ge­schos­si­gen Gebäu­des befin­det sich der als offe­ner Raum kon­zi­pier­te, mul­ti­funk­tio­na­le Ver­an­stal­tungs­saal.


Atmo­sphä­risch wird das Gebäu­de­in­ne­re maß­geb­lich von sei­ner Kon­struk­ti­on und der ein­fa­chen Mate­ria­li­tät geprägt. Über einem mas­si­ven Sockel, bestehend aus Kel­ler­ge­schoss mit Neben­räu­men und Wein­kel­ler und dem Erd­ge­schoss mit Gast­raum, Küche und Bar, sitzt das höl­zer­ne Dach. Die­ser Wech­sel von schwe­ren, mas­si­ven Bau­tei­len hin zum Holz­bau lässt sich bereits im Gast­raum durch die sicht­ba­re Holz­bal­ken­de­cke erah­nen. Auch im Dach blei­ben alle Bestand­tei­le des höl­zer­nen Dach­stuhls sicht­bar. Holz­scha­lun­gen und säger­aue Dachspar­ren bestim­men den Raum­ein­druck. Nur annä­hernd wird hier die Kom­ple­xi­tät des wind­schie­fen Dachs, wel­ches sich auf der ver­zo­ge­nen Grund­form des Vor­gän­ger­ge­bäu­des erhebt, sicht­bar. Der Ver­an­stal­tungs­raum öff­net sich mit fünf groß­zü­gi­gen Fens­ter­öff­nun­gen hin zur Ein­gangs­fas­sa­de. Die­se gewäh­ren sowohl Aus­blick auf den leben­di­gen­Mark­platz von Kirch­heim, als auch Ein­bli­cke von außen in das höl­zer­ne Innen­le­ben des Dachs. Lang­le­bi­ge natür­li­che Mate­ria­li­en geben dem Inne­ren sei­ne Gestalt. Dazu zäh­len lan­ge Eichen-Die­len in den Gast­räu­men, Stein­bö­den im Unter­ge­schoss, ver­put­ze Wand­flä­chen, Holz­fens­ter sowie die sicht­ba­ren Ele­men­te des Holztragwerks.Auch der Innen­aus­bau folgt die­sem Mate­ri­al­kon­zept – alte und neue Mas­siv­holz­mö­bel sowie ein­zel­ne dunk­le Metall­ober­flä­chen run­den das Bild ab.

Grund­riss OG

Grund­riss EG

Grund­riss UG

Pro­jekt­in­for­ma­tio­nen
Ort: Kirch­heim unter Teck
Rea­li­sie­rung: 2016 – 2018
Bau­herr: pri­vat
Ent­wurf und Pla­nung in Arbeits­ge­mein­schaft mit .stu­dio berar­di,
Lph6‑8: .stu­dio berar­di
Foto­gra­fie: Sebas­ti­an Schels